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Werte und Kriminalität. Konzeption einer allgemeinen Kriminalitätstheorie

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Werte und Kriminalität. Konzeption einer allgemeinen Kriminalitätstheorie

Values and criminality. Conception of a general criminality theory


Erfassungsnr.: 20040374
Stand der Forschungsarbeit: abgeschlossen
Art der Forschung: Habilitation, gefördert
Kontakt:

Bearbeiter (E-Mail: hermann@nullkrimi.uni-heidelberg.de)

Institutionen


Forschungseinrichtung:Institut für Kriminologie (Heidelberg)
Finanzierer:Deutsche Forschungsgemeinschaft (Bonn)
Finanzierer:Volkswagen Stiftung (Hannover)
Finanzierer:Weißer Ring e.V. (Mainz)
Finanzierer:Stadt Heidelberg (Heidelberg)
Auftraggeber:nein

Beteiligte Personen


Bearbeitung:Prof. Dr. Dieter Hermann

Inhalt

Deutsch:

Auf dem Wissenschaftsmarkt gibt es eine Vielzahl verschiedener Kriminalitätstheorien, und es gibt keine Kriminalitätstheorie, die sowohl die Fragen nach den Ursachen kriminellen Handelns, nach den Bedingungen von Kriminalisierungen, dem Verlauf krimineller Karrieren und Kriminalisierungskarrieren, nach der Erklärung unterschiedlicher Kriminalitätsraten und ihrer Veränderung stellt als auch die Verknüpfung mit Strafzwecktheorien einbezieht. In der vorliegenden Studie wird durch einen Rückgriff auf allgemeine soziologische Theorien, insbesondere auf die Theorie von Talcott Parsons, eine allgemeine Kriminalitätstheorie konzipiert. Nach dieser Theorie sind Normen und Werte Ursachen von Handlungen und zentrale Bedingungen für die Veränderung gesellschaftlicher Situationen. Die Hypothesen, die durch eine Übertragung dieses Ansatzes auf die Frage nach Ursachen und Bedingungen kriminellen Handelns, krimineller Karrieren, Kriminalisierungsprozessen, Unterschieden und Veränderungen von Kriminalitätsraten entstanden, wurden empirisch überprüft. Dazu wurden in einem ersten Schritt Sekundäranalysen verschiedener Datensätze und explorative Analysen mit einer eigenen Erhebung durchgeführt, um die Hypothesen zu konkretisieren. Für eine Hypothesenprüfung wurden etwa 3.000 Personen befragt, eine repräsentative Zufallsstichprobe der Bewohner zweier Universitätsstädte. Die empirischen Analysen führen zu einer deutlichen Bestätigung der Hypothesen, so dass der verfolgte Ansatz als Konzeption gesehen werden kann, mit dem eine theoretisch konsistente und umfassende Kriminalitätstheorie formuliert werden kann.



Grundlegender theoretischer / methodischer Ansatz (Forschungsparadigma): Die theoretische Grundlage bildet die Handlungs- und Gesellschaftstheorie von Talcott Parsons. Die Hypothesen dieses Ansatzes werden auf die Fragen einer allgemeinen Kriminalitätstheorie übertragen und empirisch überprüft. Die methodische Grundlage der empirische Analyse bildete der Kritische Rationalismus.
Schlagwörter: abweichendes Verhalten, Kriminalität, Handlung, soziologische Theorie, Konzeption, soziale Norm, Wert, Kriminalisierung, Kriminologie, Wertorientierung, Ursache
Hauptklassifikation: 10214: Kriminalsoziologie, Rechtssoziologie, Kriminologie
Methode: Befragung, empirisch, Grundlagenforschung, Längsschnitt, Querschnitt, Sekundäranalyse, Theoriebildung, Aggregatdatenanalyse

Datengewinnung

 

Standardisierte Befragung, face to face

Stichprobengröße:94
Erhebungseinheiten:Bevölkerung 14-70 Jahre
Auswahlverfahren:Quota
 

Standardisierte Befragung, schriftlich

Stichprobengröße:2.930
Erhebungseinheiten:Bevölkerung 14-70 Jahre
Auswahlverfahren:Zufall
 

Sekundäranalyse von Individualdaten

Erhebungseinheiten:Herkunft der Daten: ALLBUS 1990, Monitoring the Future -mehrere Jahrgänge-
 

Sekundäranalyse von Aggregatdaten

Auswahlverfahren:Herkunft der Daten: Monitoring the Future -1977-1997-, Zufall
Feldarbeit erfolgte durch: Mitarbeiter/-innen des Projekts, ein kommerzielles Umfrageinstitut
Untersuchungsdesign: Längsschnitt (Trend, Zeitreihe), Querschnitt

Veröffentlichungen

  • Hermann, Dieter; (2001): Religiöse Werte, Moral und Kriminalität
  • Hermann, Dieter; Dölling, Dieter; (2001): Kriminalprävention und Wertorientierungen in komplexen Gesellschaften
  • Hermann, Dieter; (2003): Werte und Kriminalität
  • Hermann, Dieter; (2003): Gewalttätige Männer und gewaltlose Frauen?
  • Dölling, D.; Hermann, D.: Wertorientierungen und Kriminalität. in: Haft, F.; Hof, H.; Wesche, S. (Hrsg.): Bausteine zu einer Verhaltenstheorie des Rechts. Interdisziplinäre Studien zu Recht und Staat, 19. Baden-Baden: Nomos Verl.-Ges. 2001, S. 203-213.
  • Dölling, D.; Hermann, D.: Werte, Milieus und Kriminalität - theoretische und empirische Aspekte. in: Dittmann, V.; Jehle, J.-M. (Hrsg.): Kriminologie zwischen Grundlagenwissenschaften und Praxis. Mönchengladbach: Forum 2003, S. 237-261.
  • Hermann, D.: Der Einfluss sinnhaft-normativer Alltagsvorstellungen auf kriminelles Handeln. in: Walter, M.; Kania, H.; Albrecht, H.-J. (Hrsg.): Alltagsvorstellungen von Kriminalität: individuelle und gesellschaftliche Bedeutung von Kriminalitätsbildern für die Lebensgestaltung. Forschung aktuell, Bd. 11. Freiburg i.Br.: Ed. iuscrim 2003, S. 349-366. ISBN 3-86113-124-2.
  • Hermann, D.; Dölling, D.: Opferwerdung und Kriminalitätsfurcht. in: Egg, R.; Minthe, E. (Hrsg.): Opfer von Straftaten: kriminologische, rechtliche und praktische Aspekte. Kriminologie und Praxis, Bd. 40. Wiesbaden: Eigenverl. Kriminologische Zentralstelle 2003, S. 241-261. ISBN 3-926371-60-9.
  • Hermann, Dieter: Values, milieus, lay perspectives and criminal behavior. in: Albrecht, H.-J.; Serassis, T.; Kania, H. (eds.): Images of Crime II. Freiburg i.Br.: Ed. iuscrim 2004, pp. 95-110.

Berichte, Manuskripte, Arbeitspapiere

nein



Informationsquelle: GESIS, Forschungserhebung 2004
Alte Erfassungsnr.: 20028575, 20030809