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Gutachten für die Landeshauptstadt Düsseldorf: empirisch gesicherte Erkenntnisse über kriminalpräventive Wirkungen. Eine Sekundäranalyse der kriminalpräventiven Wirkungsforschung ("Düsseldorfer Gutachten")

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Gutachten für die Landeshauptstadt Düsseldorf: empirisch gesicherte Erkenntnisse über kriminalpräventive Wirkungen. Eine Sekundäranalyse der kriminalpräventiven Wirkungsforschung ("Düsseldorfer Gutachten")

Report for the regional capitol Düsseldorf: empirical assured insights of the effects of crime prevention. A secondary analyses of the effect-research of crime prevention ("The Duesseldorf Report")


Erfassungsnr.: 20160360
Stand der Forschungsarbeit: abgeschlossen
Laufzeit von: 2001/03
Laufzeit bis: 2001/07
Art der Forschung: Auftragsforschung, Gutachten
Status 1: f fertig
Status 2: 22 f-fertig, i-fertig
Kontakt:

Bannenberg, Britta (E-Mail: britta.bannenberg@nullrecht.uni-giessen.de)

Institutionen

Forschungseinrichtung:Institut für Kriminalwissenschaften (Marburg)
Forschungseinrichtung:Zentrum für Konfliktforschung (Marburg)
Forschungseinrichtung:Institut für Kriminologie (Tübingen)
Auftraggeber:Institut für Kriminologie (Heidelberg)
Auftraggeber:Landeshauptstadt Düsseldorf Kriminalpräventiver Rat (Düsseldorf)
Auftraggeber:ja
Finanzierer: Auftraggeber

Beteiligte Personen


Leitung:Prof. Dr. Dieter Rössner (Philipps-Universität Marburg (Marburg))
Leitung:Prof. Dr. Britta Bannenberg (Universität Bielefeld (Bielefeld))
Bearbeitung:Dipl.-Päd. Marc Coester (Eberhard Karls Universität Tübingen (Tübingen))
Bearbeitung:Susanne Fasholz (Philipps-Universität Marburg (Marburg))
Bearbeitung:Michael Sommerfeld (Philipps-Universität Marburg (Marburg))
Bearbeitung:Prof. Dr. Ulrich Wagner (Philipps-Universität Marburg (Marburg))
Bearbeitung:Dr. Rolf van Dick (Philipps-Universität Marburg (Marburg))
Bearbeitung:Oliver Christ (Philipps-Universität Marburg (Marburg))
Bearbeitung:Uwe Gossner (Eberhard Karls Universität Tübingen (Tübingen))
Bearbeitung:Dr. Christian Laue (Universität Heidelberg (Heidelberg))
Bearbeitung:Dr. Günter Gutsche (Gesellschaft für praxisorientierte Kriminalitätsforschung e.V. (Berlin))

Inhalt

Deutsch:

Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat sich in ihren jahrelangen Bemühungen zur Kriminalprävention zu einer wissenschaftlichen Begleitung und Wirkungsforschung von Aktivitäten zur Kriminalprävention entschlossen, in deren Rahmen auch das hier beschriebene Gutachten erstellt worden ist. Das Gutachten zielt auf eine Ertragsanalyse des aktuellen Standes der Kriminalprävention und ihrer Evaluation, um eine möglichst empirisch gesicherte Basis für die Kommunalpolitik in diesem Bereich zu erhalten und so die finanziellen Mittel möglichst effektiv verwenden zu können. Diese bisher in Deutschland fehlende Analyse sieht sich einer nur schwer zu bewältigenden, komplexen und durch unterschiedliche Rechts- und Sozialordnungen unübersichtlichen Materialfülle gegenüber. So geht es zunächst vor allem darum, die breit gestreuten Modelle mit Wirkungsforschung weltweit zu sammeln, zu ordnen und zu gewichten. Es ist festzustellen, dass auf kriminalpräventive Wirkung evaluierte Projekte selten existieren.

Im Gang der Untersuchung stellte sich dennoch heraus, dass sich die inhaltliche, zeitliche und räumliche Vielfalt der Wirkungsforschung im Überblick auf relativ klare Strukturen zurückführen lässt. Freilich bleibt dann wieder im Einzelnen vieles offen und bedarf dringend weiterer differenzierter Erprobung und Untersuchung. Der Rahmen wirkungsvoller Kriminalprävention wird durch unsere Analyse aber deutlich. Die Analyse der umfangreichen Materie ist in vier Teile gegliedert. Im ersten Teil werden 61 Studien zur Kriminalprävention ausgewertet, die sich durch interessante und aktuelle Ansätze und vor allem durch eine empirische Begleitforschung auszeichnen. Die Kommunalpolitik kann sich an solchen konkreten und erfolgreichen Vorbildern orientieren und diese ggf. auf die lokalen Verhältnisse ausrichten.

Der zweite Teil enthält eine erste deutsche Rezeption des weltweit bekannten Sherman-Reports, der im Auftrag der amerikanischen Regierung mit aufwändiger Unterstützung ein empirisch fundiertes Resümee der Wirkungsforschung in den USA gezogen hat. Zum einen wird hier der Report in wichtigen Auszügen in deutscher Sprache und in einer umfassenden Kurzversion der hiesigen Diskussion voll zugänglich gemacht und zum anderen dient er natürlich zur Kontrolle und Absicherung unserer Schlussfolgerungen.

Teil drei enthält die spezifischen Ergebnisse der Wirkungsforschung zur fremdenfeindlichen und rechtsextremen Gewalt. Dieses aktuelle und politisch besonders beachtete Problem der Kriminal- und Kommunalpolitik in Deutschland erfährt hier eine erste Gesamtdarstellung mit Ergebnissen, die die bisher häufig hilflosen und aktionistischen Präventionsbemühungen weiter führen.

Schließlich wird im vierten Teil kritisch analysiert, welche kriminalpolitischen Konsequenzen aus der vorwiegend amerikanischen Debatte über "broken windows" und "zero tolerance" für deutsche Großstädte zu ziehen sind. Nach Abzug der lauten und plakativen Argumente verbleiben empirische Erkenntnisse, die eine realistische Politik beachten sollte. Das in dieser Dokumentation dargestellte Gutachten diente als essenzielle Grundlage und Bewertungsmaßstab für die kriminalpräventive Praxis in Düsseldorf und zeigte den Forschern wie wichtig und bisher in Deutschland vernachlässigt diese grundlegende Vorarbeit für eine praktische Kriminalprävention ist.

Mit Blick auf den großen Umfang des im Gutachten verarbeiteten Materials sowie die praktische Zielsetzung für eine empirisch fundierte angewandte Präventionspolitik wurde der wesentlichen Ertrag der Gesamtanalyse und die sich abzeichnenden Grundstrukturen einer realitätsbezogenen Kriminalprävention in einer kleinen Broschüre praxisbezogen und konzentriert zusammengefasst. Sie enthält zunächst die aus der Gesamtanalyse zu entnehmenden Leitgedanken und Handlungsvorschläge. Danach finden sich übersichtliche Zusammenfassungen zu den oben dargestellten vier Teilbereichen des Gutachtens.



Grundlegender theoretischer / methodischer Ansatz (Forschungsparadigma): Das Gutachten ist eine Sekundäranalyse vorhandener evaluierter oder nicht evaluierter kriminalpräventiver Strategien. Durchgeführt wurde diese Analyse durch in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für praxisorientierte Kriminalitätsforschung e.V. in Berlin.
Zeitraum: 1940-2001
Schlagwörter: Kriminalität, Wirkung, Bundesrepublik Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Großstadt, Kriminalpolitik, Modellvergleich, Prävention
Hauptklassifikation: 10214: Kriminalsoziologie, Rechtssoziologie, Kriminologie
Klassifikation: 40102: Justiz
Methode: anwendungsorientiert, Evaluation, Metaanalyse

Datengewinnung

 

Sekundäranalyse von Individualdaten

Erhebungseinheiten:Literaturrecherche evaluierter Projekte der Kriminalprävention
Feldarbeit erfolgte durch: Mitarbeiter/-innen des Projekts
Untersuchungsdesign: Querschnitt

Veröffentlichungen

Berichte, Manuskripte, Arbeitspapiere

nein



Informationsquelle: GESIS, Forschungserhebung 2016/ SOFISwiki
Alte Erfassungsnr.: 20020524, 20152150